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Antworten

Johannes Kahrs, sozialdemokratischer Abgänger. – Sie haben mit sofortiger Wirkung Ihren Rücktritt aus dem Bundestag und den Verzicht auf alle Parteiämter erklärt. Der Grund: Die SPD-Fraktion wollte Sie nicht zum neuen Wehrbeauftragten machen, obwohl Sie dafür doch alle Voraussetzungen mitbringen: Bundeswehr-Oberst der Reserve, Chef der rechtssozialdemokratischen »Seeheimer«, reaktionärer Strippenzieher Ihrer Fraktion. Sie finden es unerträglich, dass Ihnen eine fachfremde Frau vorgezogen wird: Ihre Fraktionskollegin Eva Högl. Die nämlich musste belohnt werden, weil sie nicht Justizministerin hatte werden dürfen. Justizministerin musste damals Christine Lambrecht werden, weil sie nicht Bundestagsvizepräsidentin werden konnte. Dieses Amt hatte Thomas Oppermann bekommen, als er der damaligen neuen Parteichefin Andrea Nahles seinen SPD-Fraktionsvorsitz überlassen musste. Für Sie folgt daraus, dass das ganze Elend Ihrer Partei mit Weiberkram zu erklären ist.

 

Joseph Martin Fischer, dunkelolivgrün. – In einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel fordern Sie anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus: »Die Deutschen müssen ihren instinktiven Pazifismus hinterfragen.« Von einem NATO-oliv-grünen Ex-Außenminister wie Ihnen war nichts Besseres zu erwarten. Im Bundestag haben Sie vor Jahren dessen Vizepräsidenten Richard Stücklen einmal mit dem Spruch attackiert: »Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch.« Mit Verlaub, für Sie als Kriegshetzer und Anstifter zum Überfall auf Jugoslawien wäre ein solcher Schimpf zu milde.

 

Hubertus Heil, Arbeitsminister. – Sie haben dem Vorstoß der Konservativen zugestimmt, das Arbeitszeitgesetz zu öffnen und per Verordnung den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche für Arbeitnehmer mit sogenannten systemrelevanten Berufen einzuführen. Hauptsächlich also für das ohnehin schon ausgepowerte Krankenhauspersonal. Von einer klaren Befristung dieses massiven Eingriffs in die Rechte der Werktätigen und ihrer Gewerkschaften haben Sie abgesehen. Davon, die Mehrarbeit von Lohnzuschlägen und Freizeitausgleich abhängig zu machen, ist ebenfalls keine Rede. Als Begründung dient Ihnen die Corona-Pandemie, doch wann die für beendet erklärt wird, steht noch in den Sternen. Von Entlastung und materieller Anerkennung können die Beschäftigten in den fraglichen Berufen weiterhin nur träumen. Liegt diese dringende Reform nicht im Zuständigkeitsbereich eines Sozialdemokraten?

 

Donald Trump, politisches Oberhaupt der Westlichen Wertegemeinschaft. – Sie haben Ihren US-amerikanischen Untertanen empfohlen, sich bei eventuellem Corona-Virus-Befall das Desinfektionsmittel Lysol selbst intravenös zu applizieren und ergänzend eine kräftige Dosis UV-Strahlung auf der Sonnenbank aufzunehmen. Offenbar haben Sie noch keinen Selbstversuch dieser Art unternommen, obwohl Sie kürzlich den bereits infizierten brasilianischen Präsidenten Bolsonaro per Handschlag begrüßten. Vorschlag: Beginnen Sie schon mal mit der geballten UV-Bestrahlung. Vielleicht erleuchtet die Sie auch.

 

Heiko Maas, SPD, immer noch Außenminister. – Die Bestrebungen Ihres Parteivorsitzenden Norbert Walter-Borjans und des SPD-Fraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich, die auf deutschen Boden stationierten US-Atombomben endlich loszuwerden, finden Sie schädlich: »Einseitige Schritte, die Vertrauen untergraben, bringen uns dem Ziel einer atomwaffenfreien Welt nicht näher – sie schwächen unsere Bündnisse. Statt als starke Stimme für Abrüstung und Rüstungskontrolle mitzureden, säße Deutschland nicht mehr am Tisch.« Das hätten Sie kürzer fassen können: »Ich will bei den Amis am Tisch sitzen und deshalb nicht über deren Atombomben reden.« Ob Sie dort sitzen oder ob in Chicago die Wurst anbrennt, ist allerdings vollkommen egal. Dass ein vorzeitlicher kalter Krieger wie Sie noch in der Regierung sitzt, das ist das Problem.