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Titel216

Bemerkungen

Kauderwelsch

In der Leipziger Volkszeitung wurde kürzlich ein Interview mit dem »Unionsfraktionschef Volker Kauder« veröffentlicht. Auf die Frage: »Bereiten Ihnen die sinkenden Umfragewerte Ihrer Partei Sorgen?« antwortete er: »Man sollte in der Politik immer seinen Überzeugungen folgen und tun, was man für geboten und vernünftig hält. Da darf man nicht auf die Umfragewerte schielen.« Hier kommt jene oft gescholtene Skepsis der Politiker gegenüber Bürgerbefragungen zum Ausdruck, die sie auch Volksentscheide ablehnen lässt. Bei so etwas droht immer mal die Gefahr eines klugen Gedankens. Da kommt mancher Politiker in eine gefühlte Notwehrsituation.

Günter Krone


Tödliche Grenzzäune

Seit dem vergangenen Jahr sollen an manchen Stellen in Europa Zäune Flüchtlinge davon abhalten, eigenständig nach Nordwesten zu ziehen. Doch diese Barrieren machen nicht nur Menschen das Leben schwer. Die kilometerlangen Eisen-Maschendraht-Konstruktionen und Stacheldrahtverhaue, die zum Beispiel Ungarn vor einer Weile an seinen Grenzen zu Serbien und Kroatien errichtet hat, blockieren auch den Wildwechsel. Und Wild kommt mit solchen Zäunen noch schlechter zurecht als Menschen. Betroffen sind vom Aussterben bedrohte Tiere, darunter eine Luchsart, ebenso wie große Hirschherden, die – von wenigen, für sie gefährlichen Straßen und Eisenbahnstrecken abgesehen – kaum ein Durchkommen finden. Inzwischen belegen im Internet erste Fotos die von Politikern zu verantwortende tödliche Gefahr: Sie zeigen im Stacheldraht verendetes Wild.

Helga Kühn

www.vecernji.hr/hrvatska/bodljikava-zica-zatvorila-prolaze-krdima-jelena-1031734


Patt nach den Wahlen
Am 20. Dezember 2015 wählten die Spanier den Congreso de Los Diputados, das Abgeordnetenhaus. Großer Verlierer der Wahl ist das Sammelbecken der Franquisten und Konservativen, die Partido Popular (PP). Errang die PP noch bei der letzten Wahl 186 Sitze und damit die Mehrheit, ist die Zahl ihrer Sitze auf 124 geschrumpft. Auch die Partido Socialista Obrero Español (PSOE) und die Linksparteien mussten Federn lassen. Die Izquierda Unida (IU) und der baskische EH Bildu (baskisch: sammeln) errangen jeweils nur noch zwei Mandate. Gewinner der Wahl sind die Parteien Podemos (Wir können es), die mit 69 Sitzen in das Parlament einzieht, und Ciudadanos (Bürger), die nun 33 Sitze hat.


Die beiden letztgenannten Formationen haben das bis dato bestehende Zwei-Parteien-System im spanischen Parlament aufgebrochen. Podemos ist aus der Bewegung 15-M der Jahre 2011/12 hervorgegangen. Die am 11. März 2014 gegründete Partei versteht sich als basisdemokratische Bewegung und tritt für einen demokratischen Sozialismus ein. Ciudadanos wurde 2006 als katalonische Regionalpartei in Barcelona gegründet, sie ist heute in ganz Spanien aktiv. Sie ist zentristisch und linksliberal und versteht sich als pro-europäisch.


Der 60 Jahre alte Jurist Mariano Rajoy wurde am 20. Dezember 2011 zum Ministerpräsidenten gewählt – das war der Grund, warum er die Parlamentswahl auf dem 20. Dezember 2015 legte. Nach wie vor will er neuer Ministerpräsident Spaniens werden und versucht nun, Partner für seine Koalition zu bekommen. Derweil diktiert der Vorsitzende der PSOE, Pedro Sánchez, der auch gern regieren will, in jeden Notizblock, Rajoy und dessen PP-Regierung seien abgewählt. Ob Sánchez mit den Neuen im Parlament, Podemos und Ciudadanos, eine Koalition bilden kann, ist unsicher. Ende Januar will Rajoy offenbar den Versuch starten, vom Parlament erneut zum Regierungschef gewählt zu werden. Misslingt ihm das und findet sich bis Ende März kein Regierungsbündnis, muss Spaniens König Neuwahlen ansetzen.

Karl-H. Walloch


Plauderei über »Mein Kampf«
Dem Ensemble »Rimini Protokoll« – viel unterwegs im In- und Ausland – verdanken wir anregende Theaterabende. Ganz unterschiedliche Menschen geraten da ins Plaudern zum Beispiel über Marx` »Das Kapital« oder jetzt im Berliner Hebbel-Theater über Hitlers »Mein Kampf«. Wir erfahren ein bisschen über Millionen-Auflagen, über die Tantiemen des »Führers«, über das abgelaufene Urheberrecht und über Strafrechtsparagraphen, die der Verbreitung des Buches entgegenstehen könnten. Außerdem allerlei Anekdotisches: wie die sechs Mitwirkenden, bevor sie zueinanderfanden, mit »Mein Kampf« in Berührung gekommen waren. Bei der Lektüre stellt sich heraus, dass Hitler gar nicht so schlecht geschrieben habe wie angenommen. Von den Inhalten ist kaum die Rede. Hitlers eliminatorischer Antisemitismus wird parallelisiert mit türkischen Sprüchen über die Deutschen als »Kartoffeln«. Der Tonfall des Gesprächs ist angenehm heiter. Es kommt zu keinerlei Streit. Am Ende hat man nichts erlebt, was einen irgendwie hätte beunruhigen können. Aber gerade das beunruhigt mich.

Arnold Venn


Politesse
In der ersten Sonntagsbeilage dieses Jahres der Leipziger Volkszeitung beschreibt ein Journalist den »Glücksfall Große Koalition« und den Respekt, den Frau Merkel und Herr Gabriel einander zollen, und würdigt dabei am Beispiel, dass und wie Frau Merkel die ihr zukommende Dominanz dennoch wahrt. Als nämlich beide Persönlichkeiten der Zeitgeschichte vor Jahren in Grönland einen Gletscher besuchten, riefen »Merkels Leute« in Gabriels Ministerium an »und ließen wissen, dass Gabriel einfach stets einen halben Meter hinter der Kanzlerin gehen solle«. Solche Führungsqualität verlangt geradezu nach der Kür zur Frau des Jahres.

Günter Krone


Der Unterhändler – Made in USA
In diesen Tagen ist in den deutschen Kinos ein US-amerikanischer Film des bekannten Regisseurs Steven Spielberg angelaufen, der den Titel »Bridge of Spies – Der Unterhändler« trägt. Schauspieler Tom Hanks spielt die Hauptrolle, was mancher vielleicht schon als Indiz für Qualität wertet. In den Begleitinformationen zum Film erfährt man, dass der Name des Films »in Anlehnung an die ›Agentenbrücke‹ gewählt [wurde], die Glienicker Brücke«. Sie verband das frühere Westberlin, den Stadtteil Wannsee, mit Potsdam in der DDR. Selbstverständlich gibt es die Brücke auch heute noch, aber weltberühmt wurde sie in der Zeit des Kalten Krieges, weil auf ihr der Austausch von Spionen beider Gesellschaftssysteme stattfand. Premiere für den ersten Agentenaustausch zwischen Ost und West war am 10. Februar 1962. Den Amerikaner Francis Gary Powers und den KGB-Mann Rudolf Abel tauschten die UdSSR und die USA wechselseitig aus. Bis Mitte der 1980er Jahre war die Brücke dann wiederholt Schauplatz für ähnliche Aktionen.


1957 nahm das FBI Abel fest, und man beschuldigte ihn der Atomwaffenspionage für die UdSSR. 30 Jahre Haft verhängte die US-Justiz gegen ihn. In Moskau bestritt der Geheimdienst eisern, etwas mit ihm zu tun zu haben. Am 1. Mai 1960 schoss die russische Abwehr Powers bei einem Spionageflug über der damaligen Sowjetunion ab. Auch ihn stellte man vor Gericht, und er bekam zehn Jahre Gefängnis.


Von russischer Seite empfahl man der angeblich in Leipzig lebenden Ehefrau von Abel, sich an den in der DDR ansässigen Berliner Rechtsanwalt Wolfgang Vogel zu wenden. Ihm gelang es schließlich, mit den Amerikanern auszuhandeln, dass Powers gegen Abel ausgetauscht werden konnte. Es war sein »Gesellenstück« und Auftakt für spätere Wiederholungen. Es ist deshalb schade, dass Vogels Rolle in dem Film nicht genügend in den Vordergrund gerückt und dem amerikanischen Versicherungsanwalt, gespielt von Hanks, am Ende das Verdienst zugeschrieben wird. Die Realität war doch ein wenig anders. Aber vielleicht muss es so sein, dass in einem US-Film auch der Amerikaner der Sieger sein soll. Ob mein 2008 verstorbener Kollege Wolfgang Vogel zufrieden mit dieser Darstellung wäre, darf zumindest bezweifelt werden. Es hätte ihm wohl nicht genügt, in einem Spielberg-Film nur eine Rolle am Rande gespielt zu haben.


Spielberg drehte an unterschiedlichen Orten, allerdings mochte auch er auf die originale Glienicker Brücke nicht verzichten. Der Film wirft einen Blick auf die tiefste Zeit des Kalten Krieges und zeigt mitunter Absurditäten, die heute kaum noch verständlich sind. Dennoch ist er eine gelungene Verbindung zwischen Thriller und einem Ausflug in die jüngere Geschichte.

Ralph Dobrawa


Die Künstleragentur der DDR
Hermann Falk, langjähriger Generaldirektor der Künstleragentur der DDR, schildert in einem persönlich gehaltenen Stil seine beruflichen Erfolgserlebnisse in dieser Tätigkeit, ohne Probleme, Zweifel, Widerstände und Krisensituationen auszusparen. Er gibt einen Überblick, wie das Kulturleben in der DDR über Jahrzehnte sowohl durch die eigenen Spitzenleistungen als auch durch Stars aus aller Welt funktionierte und warum die Kultur der DDR bis zuletzt international hohes Ansehen genoss. Falk will mit seinem Buch Fakten und Wahrheiten an die Stelle von Halbwahrheiten und Missverständnissen über den internationalen Künstleraustausch der DDR stellen. Der Autor dokumentiert Auslandseinsätze von Ensembles und Solisten der DDR, aber auch Gastspiele der Theater, Orchester und Solisten aus dem Ausland in der DDR und reichert sie mit den emotional gefärbten Erinnerungen als Mitgestalter der internationalen Kulturbeziehungen der DDR an. Entstanden ist ein informativer, für künftige DDR-Forschung ergiebiger Archivteil, aber auch ein engagierter Zeitzeugen-Bericht über Motive, Praktiken und spontane Entscheidungen der für die kulturellen Auslandsbeziehungen Verantwortlichen im Ministerium der Kultur und im Zentralkomitee der SED.


Verdienstvoll ist die authentische Darstellung verschiedener Ereignisse und problemgeladener Verfahrensweisen (Rolle der Sicherheitsorgane in der Praxis des Künstleraustausches, Pflichttransfer und Verfügungsgewalt der Künstler über ihre Gagen, »Reisekader«). Unterhaltsam lesen sich die zahlreichen Anekdoten über Begegnungen mit weltbekannten Künstlerpersönlichkeiten.


Im Schlussteil schildert der Autor mit Bitterkeit und Zorn die Abwicklung der Strukturen und Ressourcen des internationalen Kulturaustausches der DDR nach dem Beitritt zur BRD. Man findet interessante, bisher kaum bekannte Details des blitzartigen Übergangs von kulturpolitischer Zielsetzung, Planung und Praxis zu fortan rein kommerziell determiniertem Handeln.

Helmut Tautz

Hermann Falk: »Zu Gast in der Welt – Die Welt zu Gast: Die Künstleragentur der DDR – Fakten und Anekdoten zum internationalen Künstleraustausch«, Nora Verlagsgemeinschaft, 414 Seiten, 22 €


Protokolle, Strafarbeiten u. a.
Der zeitkritische, sprachwitzige, Ossietzky-LeserInnen vertraute Schriftsteller Matthias Biskupek hat ein schönes, mit Zeichnungen von Kay Voigtmann noch verschönertes Bändchen mit Gedichten aus fünf Jahrzehnten vorgelegt. Aus dem Jahre 1969 – wir stellen uns den Dichter im reifen Knabenalter vor – stammt dieses knappe »Sitzungsprotokoll«: »Redner zwölf / Las mit Elan: / Es kommt vor allem darauf an / daß auch der letzte Funktionär / Frei sprechen kann (Beifallsorkan)«.


2013 entstand »Strafarbeit – um endlich in DEUTSCHLAND anzukommen« in drei Strophen mit je einer Zeile, die fünfmal vorzusprechen ist: »Die DDR war eine Unrechtsrepublik«, »Ich habe mich in der DDR nie wohlgefühlt«, »Sollte ich mich wohlgefühlt haben, entschuldige ich mich«. Feinste Lakonik. Ein Vergnügen.

E. S.


Matthias Biskupek: »Dichters Fluch«, Ornament Verlag, 46 Seiten, 14,90 €


Walter Kaufmanns Lektüre
Mit diesem Buch sichert sich Anna McPartlin einen Platz neben den besten Erzählern Irlands. Es ist lustvoll, darin zu lesen. Wie stark doch die Autorin ihren Landsleuten verbunden ist und der Stadt Dublin, wo sie 1972 geboren wurde. Zu den Freunden und Bekannten, denen sie Dank sagt, wird auch die Frau zählen, um die es im Roman geht:
Als junges Mädchen, sommersprossig mit großer Brille, gibt man ihr den skurrilen Kosenamen Rabbit (Kaninchen), der haftet ihr an, bis sie schon alleinerziehende Mutter ist und auch noch, als sie der Krebs dahinrafft. Da ist sie erst wenig über vierzig Jahre alt. Eine tragisch-traurige Geschichte? Alles andere als das. Eine tröstliche, über Strecken sogar fröhliche. Dieser wunderbare Zusammenhalt der Iren! Rabbits Verwandte und Bekannte scharen sich um sie, sind für sie da, stützen sie, ermutigen sie. Rabbits letzte Tage sind voller Wendungen, Entschlüsse und Entscheidungen. Die Eltern, die den Ärzten nicht länger vertrauen, opfern ihre Ersparnisse, um für Rabbit bei einem religiösen Wunderheiler Hilfe zu suchen – sie scheitern. Rabbits Schwester und Schwager, die mit ihren drei halbwüchsigen Söhnen beengt wohnen, sind selbstlos bereit, Rabbits Tochter Juliet aufzunehmen, auch der eigens aus Amerika angereiste Bruder will das tun.


In der Zeitspanne, die Rabbit auf Erden vergönnt ist, lernt sie die eigene Mutter für all das lieben, was diese unter herben Sprüchen, Scherzen und rauem Gebaren verborgen gehalten hatte, sie findet eine neue Nähe zu ihrem Vater, sieht Schwester und Schwager in einem neuen Licht und erkennt im Bruder eine Menschlichkeit, die sie sehr beruhigt – ihm wird sie Juliet anvertrauen können, selbst wenn das für sie ein Leben im fremden Amerika bedeutet. Und was Juliet selbst angeht, Rabbit entdeckt in ihr ungeahnte Charakterstärke und erstaunliche Reife.


All das verwebt Anna McPartlin mit einer schönen Liebesgeschichte – Rabbits Liebe zu Johnny, dem hoch begabten, allzu früh verstorbenen Sänger. In ihren letzten Augenblicken drückt Rabbit die Hand der Mutter und glaubt sich aufs Innigste eins mit dem Mann, »den sie nie losgelassen hatte« – fünf Worte, die den Roman beenden.

W. K.

Anna McPartlin: »Die letzten Tage von Rabbit Hayes«, Roman aus dem Englischen von Sabine Längsfeld, Rowohlt Taschenbuchverlag, 462 Seiten, 12 €


Ein Glanzstück
der Ausstellungsgestaltung – so kann man das »smac«, das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz, bezeichnen. Zu finden ist es in der Brückenstraße in Chemnitz im ehemaligen Kaufhaus Schocken. Im Katalogtext wird es als »Schaufenster der sächsischen Landesarchäologie« und als ein »Juwel der Klassischen Moderne« bezeichnet. Der Architekt Erich Mendelsohn entwarf und plante den Bau des Kaufhauses in den Jahren 1927 bis 1929.


Im Foyer empfangen uns hilfsbereite Hostessen. Ein Museumsshop und ein kleines Café sind dort auch zu finden. Das Museum ist behindertengerecht angelegt. In großen, hellen Räumen sind die Exponate übersichtlich präsentiert. Ein Gang durch Zeit und Raum führt zunächst vorbei an einem 15 Meter hohen Schnitt geologischer und archäologischer Erdschichten und wird begleitet von epochenspezifischen Klängen. Drei inhaltliche Ebenen erwarten den Besucher: »Im Wandel der Kalt- und Warmzeiten«, »Kulturen der Sesshaftigkeit« und »Von der slawischen Ansiedlung zur Industrialisierung«. Für die Fülle hochinteressanten Materials reicht ein Tag nicht, um alles zu erfassen. Empfohlen werden Gruppen- und Familienführungen; ein umfangreiches Angebot an Veranstaltungen wirbt für rege Teilnahme. Sehenswert sind auf jeder Ebene auch die Erker-ausstellungen. Hier wird der Architekt Erich Mendelsohn mit 17 seiner prominentesten Gebäudemodelle vorgestellt. Auf Ebene 2 geht es um die Geschichte der Kaufhauskette Schocken. Ebene 3 ist dem Verleger, Bücher- und Kunstsammler Salman Schocken vorbehalten. In der NS-Zeit half der Emigrant deutschsprachigen Juden zu überleben.


Ein großes Lob den Ausstellungsgestaltern! Es ist alles wie aus einem Guss: die Abstimmung der Farben, die Lichtgestaltung, der Einsatz von Audio-Video-Technik und die unaufdringliche Schriftgestaltung. Ein genussvolles Betrachten ist planvoll vorbereitet, man fühlt sich wohl. Das sieht man auch den Besuchern an, die fasziniert archäologische Kleinode bestaunen. Vielfältige Methoden der Präsentation sind zu erleben: unter anderem lebensgroße Modelle von Tieren, Aufsteller mit Pflanzen, Modelle von Ansiedlungen. Es ist wohl nicht übertrieben, die Ausstellungsgestaltung selbst als Kunstwerk zu bezeichnen. So vereinigen sich ästhetisches Erleben und die Lust auf Archäologie, auf das Erforschen und Entdecken.


Vor einem Jahr erhielt das »smac« einen wichtigen Museumspreis. Es sei »zum einen konzeptionell ein neuer Typ eines archäologischen Museums, das wissenschaftlich gut vernetzt auf dem neuesten Forschungsstand basiert, und zum anderen die Methode der wissenschaftlichen Arbeit selbst thematisiert«.

Maria Michel

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10 bis 18, donnerstags 10 bis 20 Uhr


Zuschrift an die Lokalpresse
Wie die Presse zum Jahresende mitteilte, hat sich die Zahl der Beförderungserschleicher im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Jahre 2015 wieder erhöht. Und nicht wenige Verkehrsunholde sind als wiederholte Erschleicher (WE) ins Fadenkreuz der Kontrolleure geraten. Dass sich in solchen Fällen die Erschleichungsgebühren (EG) potenzieren, wird jeder verstehen, der sein ehrliches Ticket dem Automaten abringt und sich anschließend mit ruhigem Gewissen dem verspäteten Gleisbettaufsatz hingibt. Nun trägt es sich aber laut Medienberichten immer häufiger zu, dass zahlungsunfähige Beförderungserschleicher (ZUBE) lieber ein paar Tage Beförderungserschleichungs-Ersatzknast (BEEK) in Kauf nehmen, zumal das in der unwirtlichen Jahreszeit den Vorteil mit sich bringt, die Tage in einer geheizten Zelle mit geregelten Mahlzeiten, einer sanitären Grundausstattung und auf Wunsch mit konfessioneller Betreuung verbringen zu können. Um den Aufwand an Mahngebühren, gerichtlichen Vorführungen und Verhandlungen zu senken und Personal einzusparen, schlage ich vor, anstelle des Belegs für das erhöhte Fahrgeld unmittelbar nach der Beförderungserschleichungs-Feststellung (BEF) das Ticket für die Einweisung in eine Beförderungserschleichungs-Ersatz-Haftanstalt (BEEH) mit den notwendigen Daten auszustellen (Haftdauer, Hafttermin, Hafteinrichtung, Freifahrtschein zur Haftanstalt, Besuchsregelungen). Das würde auch dazu beitragen, den erfahrungsgemäß etwas ruppigen sozialen Kontakt zwischen dem Verkehrskontrolleur und dem Verkehrssünder aufzubessern. Ein weiterer Vorteil bestände darin, dass der Beförderungserschleicher die Dauer seiner Verbringung selbst beeinflussen beziehungsweise durch weitere Erschleichungen in der Warteschleife in eigener Verantwortung aufstocken kann. – Friedbert Kühnemund (58), Angestellter, 12629 Berlin-Hellersdorf

Wolfgang Helfritsch